Dachboden mit Holzplatten auslegen
Stauraum verschwindet nie von selbst. Er wird erschaffen. Der Dachboden über der Wohnung liegt meistens brach, weil niemand zwischen nackten Balken herumturnen will. Sobald ein fester Boden drauf liegt, werden aus vergessenen Quadratmetern echte Lagerfläche. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, aber handwerklich unkompliziert. Man schleppt Platten hoch, sägt sie zu, verschraubt sie mit den Balken. Das Ergebnis ist eine stabile Fläche, auf der Kisten, Koffer und Saisonkram sicher stehen. Die wichtigste Frage vorab: Tragen die Deckenbalken auch Bodenlast? Bei den meisten Wohnhäusern ab den 1960ern ist das gegeben, aber Altbauten mit reinen Putzträgern brauchen statische Nachrüstung. Ein Blick in die Bauunterlagen oder ein kurzer Anruf beim Statiker schafft Klarheit. Sind die Balken tragfähig, kann es losgehen. OSB-Platten mit 22 mm Stärke sind der Standard – robust genug für normale Lagerlasten, preiswert, und in jedem Baumarkt vorrätig.
- Dachboden ausmessen und Balkenabstand prüfen. Deckenbalken freilegen und mit dem Maßband den Achsabstand messen – meistens 60 oder 80 cm. Die gesamte Bodenfläche ausmessen und Skizze anfertigen. Dabei Dachschrägen, Schornstein und Lukeneinstieg einzeichnen. Plattenbedarf berechnen: Standard-OSB-Platten haben 250 x 125 cm, also 3,125 m² pro Platte.
- Dampfsperre kontrollieren. Prüfen, ob unter oder zwischen den Balken bereits eine Dampfbremsfolie liegt. Falls nicht, ist das kein Hindernis für den Bodenaufbau, sollte aber beim Dämmen später bedacht werden. Mineralwolle oder Dämmmatten zwischen den Balken dürfen bleiben, aber vorher andrücken und ebenmäßig verteilen.
- Erste Plattenreihe zuschneiden und verlegen. Erste OSB-Platte mit der langen Kante quer zu den Balken legen. Platte muss auf mindestens drei Balken aufliegen. Mit Stichsäge an Schrägen oder Hindernissen anpassen. Platte mit 50-mm-Spanplattenschrauben alle 30 cm auf jedem Balken fixieren – Schrauben sollten mittig im Balken sitzen.
- Plattenstöße auf Balkenmitte legen. Jede Stoßfuge zwischen zwei Platten muss mittig auf einem Balken liegen, damit beide Plattenkanten verschraubt werden können. Zweite Reihe versetzt beginnen, sodass Kreuzfugen vermieden werden. Mit Abstandshaltern oder dünnen Holzstückchen 2-3 mm Dehnfuge zwischen den Platten lassen.
- Randbereich und Aussparungen anpassen. Letzte Plattenreihe an der Wand meist schmaler als Standardmaß. Mit Stichsäge längs auf passende Breite schneiden. Aussparungen für Schornstein, Lüftungsrohre oder Dachfenster mit Stichsäge aussägen – dabei 1 cm Abstand zum Hindernis lassen.
- Luke und Einstiegsbereich verstärken. Rund um die Bodenluke doppelte Verschraubung setzen, weil hier die meiste Belastung entsteht. Falls Luke auf Plattenstoß liegt, Querriegel aus 40x60-mm-Kantholz unter dem Stoß anschrauben. Lukendeckel darf nicht auf neuer Bodenfläche schleifen.
- Oberfläche auf Unebenheiten prüfen. Gesamte Fläche abgehen und auf hochstehende Schrauben oder Plattenkanten prüfen. Schrauben nachziehen, Kanten mit Schleifklotz brechen. Sägespäne und Dämmreste zusammenfegen.
- Erste Lagerfläche nutzen. Boden ist sofort belastbar. Kisten nicht direkt auf Plattenstöße stellen, sondern Last gleichmäßig verteilen. Bei schwerem Lagergut wie Farbdosen oder Werkzeugkisten maximal 150 kg pro Quadratmeter als Richtwert nehmen.