Badezimmer-Regal selber bauen

Handtücher stapeln sich auf der Waschmaschine, Shampooflaschen drängen sich auf dem Wannenrand, und das eingebaute Regal reicht schon lange nicht mehr. Ein selbstgebautes Badregal schafft genau dort Stauraum, wo man ihn braucht — über dem WC, neben der Dusche, an der Nische unter der Schräge. Anders als Standardregale aus dem Baumarkt passt es exakt in die Lücke, trägt die tatsächliche Last und übersteht Dampf und Spritzwasser, wenn man es richtig behandelt. Die Herausforderung liegt nicht in der Zimmerei, sondern im Milieu. Badezimmer sind feucht, warm und schlecht belüftet. Unbehandeltes Holz quillt, verzieht sich und fault. Falsch montierte Regale lösen sich unter Last oder reißen Gipskarton auf. Ein solides Badregal braucht drei Dinge: versiegeltes Holz, sichere Wandverankerung und Abstand zur Spritzzone. Der Bau selbst dauert einen Nachmittag, aber die Vorbereitung — Holz grundieren, Versiegelung trocknen lassen, Wandbalken lokalisieren — entscheidet über Haltbarkeit.

  1. Holz zuschneiden und grundieren. Kiefern- oder Fichtenbretter auf Regalmaß sägen, Schnittkanten mit 120er-Schleifpapier glätten. Alle Seiten mit Holzgrund für Feuchträume streichen, besonders Stirnkanten und Unterseite. Zweite Schicht nach vier Stunden auftragen. Das Holz muss vollständig versiegelt sein, bevor es ins Bad kommt.
  2. Wandbalken lokalisieren. Mit Balkensucher die Holzständer in der Trockenbauwand oder Mauerwerk identifizieren. Markierungen mit Bleistift setzen. Bei Vollwänden direkt Bohrlöcher markieren. Bei Trockenbauwänden nur in Balken bohren oder schwere Hohlraumdübel einsetzen — Standard-Gipsdübel tragen keine 15 Kilogramm Last.
  3. Traglöcher bohren und dübeln. Mit Wasserwaage horizontale Hilfslinie ziehen. Bohrlöcher nach Winkelabstand markieren, mit 6er- oder 8er-Steinbohrer (Mauerwerk) oder Holzbohrer (Balken) bohren. Dübel einsetzen, bei Hohlraumwänden passende Kippdübel verwenden. Bohrstaub sofort absaugen, nicht ins Waschbecken wischen.
  4. L-Winkel montieren. Schwere L-Winkel aus verzinktem Stahl oder Edelstahl mit 5x50mm-Schrauben in Dübel schrauben. Winkel müssen exakt waagerecht sitzen. Mit Wasserwaage prüfen, bei Bedarf Unterlegscheiben ausgleichen. Pro Regalbrett mindestens zwei Winkel, bei Brettern über 80 cm Länge drei Winkel.
  5. Brett auflegen und fixieren. Grundiertes Brett auf die Winkel legen, Ausrichtung prüfen. Von unten durch die Winkellöcher ins Holz vorbohren, dann mit kurzen Holzschrauben fixieren. Das Brett muss plan aufliegen, ohne zu kippeln. Bei mehreren Regalebenen von unten nach oben arbeiten.
  6. Oberfläche versiegeln. Alle Holzflächen mit Klarlack für Feuchträume streichen, besonders Schnittkanten und Schraubenlöcher. Dünne Schichten auftragen, nach Herstellerangabe trocknen lassen, zweite Schicht folgen lassen. Der Lack muss durchgehärtet sein, bevor das Regal belastet wird.
  7. Kanten nachschleifen. Nach Durchhärtung des Lacks Oberfläche mit 220er-Schleifpapier leicht anschleifen. Schleifstaub abwischen, optional dritte Lackschicht auftragen für zusätzlichen Schutz in besonders feuchten Bädern. Schraubköpfe bei Bedarf mit Holzpaste verspachteln.
  8. Belastungstest und Einräumen. Lack mindestens 48 Stunden aushärten lassen. Regal probeweise mit Gewicht belasten — 10 Kilogramm gleichmäßig verteilt für Standardwinkel. Erst nach erfolgreichem Test Handtücher, Flaschen oder Körbe einräumen. Schwere Gegenstände nah an der Wand platzieren.