Fugen reinigen: Tiefenreinigung für Fliesen

Fliesenfugen sammeln je nach Zusammensetzung unterschiedlich Schmutz an. Zementbasierte Fugen sind porös und nehmen Feuchtigkeit, Seifenreste und Schimmel auf. Nach zwei bis drei Jahren täglicher Nutzung in einem Badezimmer wird eine weiße Fuge grau-braun, an den Ecken, wo sich Wasser sammelt, manchmal schwarz. Das ist nicht nur eine ästhetische Frage: Eine verschmutzte Fuge hält Feuchtigkeit zurück und begünstigt Pilzwachstum. Die effektive Reinigung basiert auf drei Prinzipien: zuerst entfetten, dann mechanisch lösen und schließlich gründlich spülen. Handelsprodukte enthalten oft Salzsäure, die den Zement auf lange Sicht angreift. Sanfte, aber hartnäckige Methoden erzielen bessere und dauerhaftere Ergebnisse. Eine richtig gereinigte Fuge behält ihre ursprüngliche Farbe und weist Wasser ab, als wäre sie neu.

  1. Oberfläche vorbereiten und lüften. Öffnen Sie das Fenster oder aktivieren Sie die Lüftungsanlage. Entfernen Sie Teppiche und Gegenstände vom Boden. Saugen Sie die Fliesen ab, um Staub und Haare zu entfernen, die sich mit Wasser zu einer klebrigen Masse verbinden würden. Fegen allein reicht nicht aus, Sie müssen saugen.
  2. Mit heißem Essig entfetten. Erhitzen Sie 500 ml weißen Essig in der Mikrowelle, bis er sehr heiß, aber nicht kochend ist. Gießen Sie ihn in eine Sprühflasche und sprühen Sie ihn großzügig auf alle Fugen. Lassen Sie ihn 10 Minuten einwirken. Heißer Essig löst Seifenreste und Kalk, die eine undurchlässige Schicht auf den Fugen bilden.
  3. Reinigende Paste anrühren. Mischen Sie in einer Schüssel 150 g Natron mit 50 ml lauwarmem Wasser zu einer dicken Paste, ähnlich wie Zahnpasta. Passen Sie die Konsistenz an: Zu flüssig, wird sie herunterlaufen; zu trocken, dringt sie nicht in die Fuge ein. Diese Paste erzeugt eine sanfte Abriebwirkung, die Schmutz entfernt, ohne die Fliesen zu zerkratzen.
  4. Fuge für Fuge auftragen und bürsten. Tragen Sie die Natronpaste mit einer festen Zahnbürste oder einer Fugenbürste direkt auf jede Fuge auf. Bürsten Sie in linearen Bewegungen in Richtung der Fuge, niemals quer. Üben Sie festen Druck aus, aber zerquetschen Sie die Bürste nicht. Arbeiten Sie in Abschnitten von einem Quadratmeter.
  5. Schwarz verfärbte Stellen mit Peroxid behandeln. Bei stark verfärbten oder schimmligen Fugen sprühen Sie 3%iges Wasserstoffperoxid direkt auf die noch vorhandene Natronpaste. Die schäumende Reaktion löst organische Flecken. Lassen Sie es 5 Minuten einwirken und bürsten Sie diese spezifischen Stellen erneut. Peroxid bleicht, ohne den Zement anzugreifen.
  6. Gründlich mit klarem Wasser spülen. Füllen Sie einen Eimer mit heißem Wasser. Tauchen Sie einen sauberen Schwamm ein, wringen Sie ihn gut aus und fahren Sie über alle Fugen, um Natronreste zu entfernen. Spülen Sie den Schwamm häufig aus. Gehen Sie ein zweites Mal mit einem leicht feuchten Schwamm darüber. Natronreste hinterlassen einen weißen Film, der Staub anzieht.
  7. Trocknen und inspizieren. Fahren Sie mit einem trockenen Mikrofasertuch über die gesamte Fläche. Öffnen Sie einen Ventilator, um die vollständige Trocknung zu beschleunigen, die die wahre Farbe der Fuge zum Vorschein bringt. Prüfen Sie bei direktem Licht: Grau erscheinende Stellen erfordern eine zweite gezielte Behandlung.
  8. Optional mit Imprägniermittel schützen. Tragen Sie auf vollständig trockene Fugen mit einem feinen Pinsel ein spezielles Fugenimprägniermittel auf. Wischen Sie überschüssiges Mittel sofort mit einem Tuch von den Fliesen ab. Dieser Schutz weist Wasser ab und verlangsamt die erneute Verschmutzung, besonders nützlich in Duschen. Alle 6 bis 8 Monate wiederholen.