Fliesenfugen gründlich reinigen

Fugen sammeln über Monate hinweg Seifenreste, Kalk und Schimmelsporen in ihren porösen Oberflächen. Was als leichte Graufärbung beginnt, wird mit der Zeit zu dunklen Linien, die selbst das schönste Fliesenbild ruinieren. Die gute Nachricht: Auch jahrelang vernachlässigte Fugen lassen sich mit den richtigen Mitteln wieder aufhellen. Eine Tiefenreinigung der Fugen ist keine kosmetische Spielerei, sondern echte Bausubstanzpflege. Saubere Fugen sind dichter, resistenter gegen Feuchtigkeit und verhindern, dass Schimmel sich in die Wand ausbreitet. Mit Haushaltschemikalien, etwas Muskelkraft und einem freien Samstagnachmittag schaffen Sie in einem durchschnittlichen Badezimmer den Unterschied zwischen 'bewohnt' und 'gepflegt'.

  1. Fläche vorbereiten und Grundreinigung durchführen. Räumen Sie alle Badutensilien weg und wischen Sie die Fliesen mit warmem Wasser ab, um losen Schmutz zu entfernen. Lüften Sie das Bad gut — Sie werden mit chemischen Mitteln arbeiten. Trocknen Sie die Fugen mit einem alten Handtuch grob ab, damit die Reinigungspaste besser haftet.
  2. Reinigungspaste anrühren. Mischen Sie in einer Schüssel drei Teile Natron mit einem Teil Wasserstoffperoxid (3%), bis eine dicke, streichfähige Paste entsteht. Die Konsistenz sollte wie Zahnpasta sein. Rühren Sie nur so viel an, wie Sie in 20 Minuten verarbeiten können — die Paste verliert ihre Wirkung.
  3. Paste auf die Fugen auftragen. Tragen Sie die Paste mit einem alten Backpinsel oder den Fingern (mit Gummihandschuhen) dick auf die Fugen auf. Arbeiten Sie abschnittsweise — etwa einen Quadratmeter auf einmal. Achten Sie darauf, dass die Paste wirklich in den Fugenrillen liegt, nicht nur auf den Fliesen.
  4. Einwirken lassen und aktivieren. Lassen Sie die Paste 15 bis 20 Minuten einwirken. Sie sollte sichtbar arbeiten — kleine Bläschen sind normal. Nach 10 Minuten können Sie die Paste leicht mit Wasser besprühen, um sie feucht zu halten und die Reaktion zu verlängern.
  5. Fugen kräftig schrubben. Schrubben Sie die Fugen mit einer steifen Fugenbürste in kreisenden Bewegungen. Üben Sie echten Druck aus — Sie wollen die gelösten Schmutzpartikel aus den Poren holen. Arbeiten Sie jeden Zentimeter der Fuge ab, auch in den Ecken und Übergängen.
  6. Gründlich ausspülen und kontrollieren. Spülen Sie die behandelten Bereiche mehrmals mit klarem Wasser ab und wischen Sie mit einem Schwamm nach. Prüfen Sie im noch feuchten Zustand, ob alle Fugen gleichmäßig hell sind. Dunkle Stellen wiederholen Sie sofort mit frischer Paste.
  7. Fugen versiegeln. Lassen Sie die Fugen mindestens 24 Stunden vollständig durchtrocknen. Tragen Sie dann mit einem feinen Pinsel eine Fugenversiegelung auf, die künftige Verschmutzungen verhindert. Arbeiten Sie dünn und präzise — Überstände auf den Fliesen lassen sich nur schwer entfernen.
  8. Schimmelstellen nachbehandeln. Schwarze Stellen, die nach der Reinigung bleiben, sind meist tief sitzender Schimmel. Behandeln Sie diese gezielt mit einem Schimmelentferner auf Chlorbasis, lassen Sie ihn 30 Minuten einwirken und spülen Sie gründlich. Bei durchgängiger Schwarzfärbung ist die Fuge hinüber — dann hilft nur Neu-Verfugen.