Zementschleier von Badfliesen entfernen
Frisch verfugte Fliesen im Bad sehen zunächst perfekt aus, bis sich nach dem Trocknen ein milchiger Film zeigt. Dieser Zementschleier entsteht, wenn Fugenmörtel beim Abwischen auf der Fliesenoberfläche verbleibt und aushärtet. Der kalkhaltige Belag legt sich wie ein Nebel über die Fliesen und lässt selbst neue Fliesen stumpf und ungepflegt wirken. Die ersten 48 Stunden sind entscheidend. In diesem Zeitfenster lässt sich der Schleier noch relativ einfach lösen. Nach einer Woche wird es mühsamer, nach einem Monat hartnäckig. Wer den Schleier gleich richtig angeht, spart sich später stundenlanges Schrubben und hat sofort ein Bad mit klaren, glänzenden Fliesen. Die Arbeit dauert etwa zwei Stunden für ein durchschnittliches Badezimmer und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse.
- Fugenmörtel vollständig aushärten lassen. Warten Sie mindestens 24 Stunden nach dem Verfugen, bevor Sie beginnen. Der Mörtel muss durchgetrocknet sein, sonst schwemmen Sie ihn aus den Fugen. Bei feuchtkühler Witterung besser 36 Stunden einplanen. Testen Sie mit dem Fingernagel an einer unauffälligen Stelle, ob die Fuge wirklich hart ist.
- Grundreinigung mit klarem Wasser. Wischen Sie alle Fliesen mit reichlich klarem, warmem Wasser und einem sauberen Schwamm ab. Spülen Sie den Schwamm alle zwei Quadratmeter gründlich aus. Diese erste Runde entfernt lockere Mörtelreste und reduziert die Schleierstärke bereits merklich. Arbeiten Sie von oben nach unten.
- Zementschleierentferner auftragen. Tragen Sie säurehaltigen Zementschleierentferner gleichmäßig mit einem Wischmopp oder Schwamm auf die Fliesen auf. Arbeiten Sie in Abschnitten von etwa zwei Quadratmetern. Lassen Sie das Mittel je nach Herstellerangabe 3-5 Minuten einwirken, aber nicht antrocknen. Öffnen Sie das Fenster, der Essiggeruch ist intensiv.
- Schleier mechanisch lösen. Arbeiten Sie den Reiniger mit einem Schwamm oder einer weichen Bürste in kreisenden Bewegungen ein. Der Schleier löst sich dabei sichtbar auf und wird milchig-flüssig. Üben Sie leichten Druck aus, aber schonen Sie die Fugen. Bei hartnäckigen Stellen einige Sekunden länger einwirken lassen und nochmals bearbeiten.
- Gründlich mit klarem Wasser nachwischen. Wischen Sie die behandelten Flächen sofort mit reichlich klarem Wasser nach. Spülen Sie den Wischlappen oder Schwamm nach jedem Durchgang gründlich aus. Dieser Schritt ist wichtig, denn Säurereste können die Fugen auf Dauer angreifen. Wechseln Sie das Wischwasser mindestens zweimal.
- Fliesen trockenreiben und kontrollieren. Reiben Sie die Fliesen mit einem fusselfreien Mikrofasertuch trocken. Jetzt sehen Sie, ob noch Schlierreste vorhanden sind. Diese zeigen sich als matte Flecken oder Streifen. Behandeln Sie solche Stellen punktuell nach, indem Sie Schritte 3 bis 5 wiederholen.
- Silikonfugen reinigen. Silikonfugen in Ecken und an Anschlüssen vertragen keine Säure. Reinigen Sie diese mit einem feuchten Lappen und etwas Spülmittel. Eventuelle Mörtelreste auf Silikon lassen sich oft mit dem Fingernagel oder einer Plastikkarte vorsichtig abschaben.
- Bad lüften und trocknen lassen. Lassen Sie das Bad bei geöffnetem Fenster mindestens zwei Stunden durchtrocknen. Erst wenn alle Flächen komplett trocken sind, können Sie beurteilen, ob die Arbeit gelungen ist. Bei Bedarf können Sie am nächsten Tag noch einmal punktuell nacharbeiten.