Kopfkissen richtig waschen

Kopfkissen sammeln über Monate hinweg Schweiß, Hautschuppen, Staub und Milben. Ein ungewaschenes Kissen kann nach sechs Monaten bis zu zehn Prozent seines Gewichts an toten Milben und deren Ausscheidungen enthalten. Das klingt drastisch, ist aber Realität in jedem Schlafzimmer. Die gute Nachricht: Fast alle modernen Kissen vertragen die Waschmaschine, wenn man ein paar grundlegende Regeln beachtet. Die Kunst liegt nicht im Waschen selbst, sondern im richtigen Trocknen. Ein halbfeuchtes Kissen fault von innen, ein zu heiß getrocknetes Daunenkissen verklumpt. Wer seine Kissen zweimal jährlich richtig wäscht und vollständig trocknet, verlängert ihre Lebensdauer um Jahre und schläft messbar gesünder. Der Prozess dauert einen Vormittag, braucht aber kaum aktive Arbeitszeit.

  1. Pflegeetikett prüfen und Kissen vorbereiten. Kontrollieren Sie das Etikett auf Waschtemperatur und besondere Hinweise. Entfernen Sie Bezüge und Schutzhüllen. Prüfen Sie das Kissen auf Risse oder offene Nähte — diese müssen vor dem Waschen zugenäht werden, sonst verteilt sich die Füllung in der Maschine.
  2. Zwei Kissen gleichzeitig waschen. Legen Sie immer zwei Kissen in die Trommel, auch wenn Sie nur eins waschen wollen — das zweite können Sie schnell von einem anderen Bett holen. Die paarweise Beladung sorgt für bessere Balance beim Schleudern und verhindert, dass die Maschine aus dem Takt gerät. Verwenden Sie ein Drittel der normalen Waschmittelmenge.
  3. Schonwaschgang mit niedriger Drehzahl wählen. Stellen Sie 40°C für Daunen und Memory-Schaum ein, 60°C für Polyester und synthetische Füllungen. Wählen Sie den Schonwaschgang und begrenzen Sie die Schleuderdrehzahl auf 800 Umdrehungen. Höhere Drehzahlen zerreißen die Füllung und beschädigen die Nähte.
  4. Feuchtigkeit aus dem Kissen pressen. Nehmen Sie die Kissen aus der Maschine und drücken Sie vorsichtig überschüssiges Wasser heraus — nicht wringen oder verdrehen. Polyesterkissen können direkt in den Trockner, Daunenkissen brauchen eine Vortrocknung von 30 Minuten an der Luft, sonst verklumpen die Federn.
  5. Im Trockner mit Tennisbällen trocknen. Geben Sie zwei saubere Tennisbälle oder spezielle Trocknerbälle mit in die Trommel. Stellen Sie niedrige Temperatur ein und lassen Sie die Kissen mindestens 90 Minuten trocknen. Die Bälle lockern die Füllung auf und verhindern Klumpenbildung. Prüfen Sie nach einer Stunde und schütteln Sie die Kissen kräftig auf.
  6. Vollständige Trocknung kontrollieren. Nehmen Sie das Kissen heraus und fühlen Sie in die Mitte — nicht nur an der Oberfläche. Es muss vollständig trocken sein, auch im Kern. Ein auch nur leicht feuchtes Kissen entwickelt binnen Tagen Schimmel und Stockgeruch. Bei Unsicherheit weitere 30 Minuten trocknen oder über Nacht auf einem Wäscheständer nachreifen lassen.
  7. Kissen aufschütteln und auf Schäden prüfen. Schütteln Sie das trockene Kissen kräftig in alle Richtungen, um die Füllung gleichmäßig zu verteilen. Kontrollieren Sie alle Nähte auf Risse. Erst wenn das Kissen wieder seine ursprüngliche Form hat und keine feuchten Stellen mehr aufweist, kommt es zurück ins Bett.