Betonplatten auf dem Gehweg gründlich reinigen
Beton nimmt alles auf. Öl vom Auto, Rost von den Gartenmöbeln, Moos aus den Fugen, Gerbsäure von Laub – über die Jahre sammelt sich auf Gehwegplatten eine Patina aus Flecken, die der Regen nicht mehr wegspült. Die gute Nachricht: Beton ist robust genug für aggressive Reinigung, und fast jeder Fleck hat seinen Gegenspieler. Die schlechte: Mit dem Gartenschlauch allein wird hier nichts passieren. Die richtige Reihenfolge macht den Unterschied. Erst trocken kehren, dann vorbehandeln, dann mit Druck arbeiten. Wer direkt mit dem Hochdruckreiniger beginnt, treibt Schmutz oft nur tiefer in die Poren. Und wer die falschen Mittel nimmt, macht aus einem Ölfleck einen bleichen Hof. Eine Stunde Vorbereitung spart zwei Stunden Nacharbeit.
- Groben Schmutz trocken entfernen. Kehren Sie den gesamten Gehweg mit einem Straßenbesen ab, entfernen Sie Moos aus Fugen mit einem Fugenkratzer. Größere Pflanzenreste, Laub und losen Dreck sammeln Sie jetzt ein – was später nass wird, klebt fest und wird zum Problem.
- Flecken identifizieren und vorbehandeln. Ölflecken streuen Sie fingerdick mit Ölbindemittel ein und lassen es zwei Stunden ziehen. Rostflecken behandeln Sie punktuell mit Oxalsäure-Lösung (50g auf 1L Wasser), organische Flecken mit alkalischem Betonreiniger. Jede Fleckenart braucht ihr Gegenmittel – universale Versprechungen funktionieren nicht.
- Reinigungslösung anmischen und auftragen. Mischen Sie alkalischen Betonreiniger nach Herstellerangabe (meist 1:5 mit Wasser) in einem Gießkannenaufsatz oder Drucksprüher. Tragen Sie die Lösung gleichmäßig auf den gesamten Gehweg auf, arbeiten Sie sie mit einer Schrubbbürste in stark verschmutzte Stellen ein. Lassen Sie die Lösung 15-20 Minuten einwirken, aber nicht antrocknen.
- Mit Hochdruckreiniger abarbeiten. Beginnen Sie mit 100 bar und Flachstrahldüse an einer unauffälligen Stelle. Halten Sie die Düse 30cm vom Beton entfernt, arbeiten Sie in gleichmäßigen Bahnen von einer Seite zur anderen. Zu viel Druck wäscht die Betonoberfläche aus und hinterlässt helle Streifen.
- Hartnäckige Reste nachbehandeln. Prüfen Sie nach dem Trocknen (mindestens 2 Stunden), welche Flecken geblieben sind. Ölschatten mit Waschbenzin und Bürste bearbeiten, Rostflecken nochmals mit Oxalsäure, Gummiabrieb mit Terpentin. Manche Flecken sitzen so tief, dass drei Durchgänge nötig sind.
- Fugen säubern und nacharbeiten. Entfernen Sie mit dem Fugenkratzer Moos und Pflanzenreste aus allen Fugen, spülen Sie mit klarem Wasser nach. Ausgewaschene Fugen füllen Sie mit Fugensand nach, verdichten Sie ihn mit dem Besenstiel. Saubere Fugen verhindern, dass sich dort Wasser sammelt und neue Flecken entstehen.
- Schutzbehandlung auftragen. Tragen Sie nach vollständiger Trocknung (24-48 Stunden) eine Beton-Imprägnierung mit der Rolle auf. Sie verschließt die Poren und macht den Beton abweisender gegen Öl, Wasser und organische Flecken. Eine Behandlung hält zwei bis drei Jahre.