Betonboden streichen und versiegeln
Beton ist ein Geduldiger. Er nimmt Öl auf, Feuchtigkeit, Staub, jahrelang ungenutzten Schmutz aus Regalen und Werkbänken. Und dann sitzt alles fest in den Poren, als gehörte es dort hin. Einen Betonboden zu streichen bedeutet, diese Geschichte rückgängig zu machen — oder zumindest zu übermalen. Das Ergebnis ist ein Kellerboden, der sich wie ein bewusst gestalteter Raum anfühlt, nicht wie eine Abstellfläche. Die Schwierigkeit liegt nicht im Streichen selbst, sondern in der Vorbereitung. Beton nimmt keine Farbe an, wenn er fettig, staubig oder feucht ist. Wer das ernst nimmt, bekommt eine Oberfläche, die hält. Wer es überspringt, sieht nach drei Monaten Blasen und abblätternde Stellen. Die Arbeit selbst ist körperlich, aber nicht kompliziert — ein langes Wochenende, eine gute Rolle, und die Geduld, zwei volle Tage zwischen den Schichten zu warten.
- Boden komplett leerräumen und grob reinigen. Den gesamten Raum ausräumen. Regale abbauen, Werkzeug wegbringen, alles entfernen, was nicht fest am Boden verschraubt ist. Mit einem harten Besen den losen Dreck zusammenfegen, dann alles absaugen. Jetzt zeigt sich der Boden, wie er wirklich ist.
- Öl- und Fettflecken chemisch entfernen. Alle Ölflecken mit Betonentfetter behandeln. Produkt auftragen, 15 Minuten einwirken lassen, mit harter Bürste schrubben. Mit klarem Wasser nachwischen und vollständig trocknen lassen. Hartnäckige Flecken zweimal behandeln. Der Beton muss sauber genug sein, dass Wasser nicht mehr abperlt.
- Risse und Löcher mit Reparaturmörtel schließen. Alle Risse mit einem Winkelschleifer oder Meißel V-förmig aufweiten. Staub absaugen, dann mit Betonreparaturmörtel auffüllen. Mit einer Glättkelle bündig abziehen. Mindestens 24 Stunden aushärten lassen, idealerweise 48 Stunden bei kühlen Kellern.
- Grundierung vollflächig aufrollen. Betongrundierung mit langfloriger Rolle auftragen, systematisch von hinten nach vorne arbeiten. In Ecken mit Pinsel vorarbeiten. Die Grundierung saugt schnell ein — nicht zu dünn auftragen. Eine Schicht reicht, aber sie muss deckend sein. Mindestens 12 Stunden trocknen lassen.
- Erste Farbschicht aufbringen. Betonbodenfarbe gründlich aufrühren. Mit frischer Rolle von der hintersten Ecke zur Tür hin arbeiten. Gleichmäßige, sich überlappende Bahnen. Nicht zu dick auftragen — besser zwei dünne Schichten als eine dicke. 24 Stunden trocknen lassen, nicht betreten.
- Zweite Farbschicht im Kreuzgang auftragen. Die zweite Schicht quer zur ersten auftragen. Das schließt Lücken und gibt eine gleichmäßigere Deckkraft. Wieder von hinten nach vorne, wieder nicht zu dick. Diese Schicht bestimmt das finale Aussehen. Weitere 24 Stunden trocknen lassen.
- Versiegelung auftragen für Haltbarkeit. Transparente Betonversiegelung mit kurzfloriger Rolle dünn auftragen. Diese Schicht macht den Boden abwaschbar und schützt die Farbe vor Abrieb. Gleichmäßig arbeiten, keine Pfützen bilden lassen. 48 Stunden aushärten lassen.
- Raum einrichten und Boden einpflegen. Nach voller Aushärtung (mindestens drei Tage nach Versiegelung) den Raum vorsichtig einrichten. Schwere Gegenstände nicht ziehen, sondern heben oder auf Filzgleitern bewegen. In den ersten zwei Wochen nur trocken wischen, danach kann feucht gewischt werden.