Küchenboden mit Schablonen gestalten
Linoleum verdient besseres. Ein durchschnittlicher Küchenboden aus den Siebzigern oder ein abgenutzter Fliesenspiegel kann mit Schablonenarbeit zu einer bewussten Gestaltungsentscheidung werden. Die Technik erfordert Geduld, aber keine besondere künstlerische Begabung — nur die Fähigkeit, eine Schablone ruhig zu halten und Farbe gleichmäßig aufzutragen. Das Ergebnis ist ein Boden, der aussieht wie handverlegte Zementfliesen, aber ein Bruchteil kostet und an einem Wochenende fertig ist. Die Arbeit verlangt methodisches Vorgehen. Jede Schablone muss exakt ausgerichtet werden, jede Farbschicht vollständig trocknen. Wer hetzt, sieht es im Ergebnis. Wer sich Zeit nimmt, bekommt einen Boden, der fünf Jahre hält und bei Bedarf einfach übermalt werden kann.
- Boden gründlich reinigen und entfetten. Boden mit Zuckerseife oder TSP-Reiniger schrubben, alle Fett- und Wachsreste entfernen. Bei Linoleum oder Vinyl auch die Herstellerversiegelung anschleifen — P120-Schleifpapier auf einem Schleifblock genügt. Danach mit klarem Wasser nachwischen und mindestens vier Stunden trocknen lassen.
- Grundierung in zwei Schichten auftragen. Bodengrundierung mit der Schaumstoffrolle in dünnen Schichten auftragen, erste Schicht zwei Stunden trocknen lassen, zweite Schicht auftragen. Die Grundierung sorgt dafür, dass die Kreidefarbe haftet und nicht vom Untergrund aufgesaugt wird. Bei stark saugenden Böden ist eine dritte Schicht sinnvoll.
- Basisfarbe vollflächig auftragen. Die hellere der beiden Farben wird zur Basis. Mit Schaumstoffrolle in zwei dünnen Schichten auftragen, Wartezeit zwischen den Schichten drei Stunden. Diese Farbe bildet den Hintergrund des Musters und muss deckend und gleichmäßig sein.
- Schablonenmuster mit Kreppband anlegen. Mit Kreppband und Wasserwaage ein Raster auf dem Boden markieren — Abstand entsprechend der Schablonengröße. Die erste Reihe muss exakt parallel zur längsten Wand verlaufen. Schablone an den Markierungen ausrichten und mit Malerkrepp fixieren, damit sie beim Tupfen nicht verrutscht.
- Farbe mit Stupfpinsel durch die Schablone auftragen. Farbe sparsam auf den Stupfpinsel nehmen, auf Pappe abtupfen bis der Pinsel fast trocken ist, dann senkrecht durch die Schablone tupfen. Nie wischen. Nach jedem Rapport Schablone vorsichtig abheben, an nächster Markierung anlegen, weiterarbeiten. Geduld ist hier wichtiger als Geschwindigkeit.
- Schablone reinigen und Farbschicht trocknen lassen. Nach jeder fünften bis sechsten Wiederholung Schablone mit feuchtem Lappen reinigen, damit sich keine Farbe ansammelt und Abdrücke hinterlässt. Gesamte Schablonenschicht mindestens 24 Stunden trocknen lassen, bevor versiegelt wird. Bei hoher Luftfeuchtigkeit länger warten.
- Mit mattem Parkettlack versiegeln. Wasserbasierter Parkettlack in drei dünnen Schichten mit der Schaumstoffrolle auftragen. Zwischen den Schichten vier Stunden Wartezeit. Die dritte Schicht ist entscheidend für die Haltbarkeit — hier nicht sparen. Der Lack schützt die Farbe vor Wasser, Schmutz und Abrieb.
- Aushärten lassen und Küche wieder einräumen. Versiegelung benötigt 72 Stunden vollständige Aushärtung, auch wenn sie nach sechs Stunden trocken erscheint. In dieser Zeit Boden nicht belasten, keine Möbel stellen, nur vorsichtig begehen. Danach ist der Boden vollständig belastbar und kann normal gereinigt werden.