Gäste-WC einbauen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Ein Gäste-WC lässt sich meist unter einer Treppe, in einem Abstellraum oder durch Abtrennung eines größeren Raumes einbauen. Wichtig sind Wasseranschlüsse, Abwasserleitung und ausreichend Platz für WC und Waschbecken.

  1. Standort auswählen und vermessen. Suchen Sie einen geeigneten Bereich mit mindestens 2,5 Quadratmetern Fläche. Ideal sind Bereiche unter Treppen, ehemalige Abstellräume oder Ecken größerer Räume. Die Mindestabmessungen betragen 80cm Breite und 120cm Tiefe. Prüfen Sie die Deckenhöhe - mindestens 200cm sind erforderlich.
  2. Wasser- und Abwasserleitungen prüfen. Lokalisieren Sie die nächstgelegenen Wasserleitungen und den Hauptabwasserstrang. Die Entfernung sollte maximal 6 Meter betragen, um Druckverluste zu vermeiden. Prüfen Sie den Verlauf der Abwasserleitung und das notwendige Gefälle von mindestens 2%. Bei größeren Entfernungen ist eventuell eine Hebeanlage erforderlich.
  3. Baugenehmigung einholen. Beantragen Sie bei Ihrem örtlichen Bauamt die Genehmigung. Reichen Sie einen Grundrissplan mit der geplanten Sanitärinstallation ein. In den meisten Gemeinden ist für ein zusätzliches WC eine Baugenehmigung erforderlich. Die Bearbeitungszeit beträgt meist 4-6 Wochen.
  4. Rohbau und Wände errichten. Errichten Sie die Trennwände mit Gipskartonplatten auf Metallständerwerk oder mit Kalksandsteinen. Lassen Sie dabei Aussparungen für Leitungsführungen. Achten Sie auf eine gerade Ausrichtung und rechte Winkel. Bei Trockenbauwänden verstärken Sie die Bereiche für die WC-Befestigung mit zusätzlichen Holzlatten.
  5. Sanitärleitungen verlegen. Verlegen Sie Kaltwasser-, Warmwasser- und Abwasserleitungen zu den geplanten Anschlusspunkten. Verwenden Sie für Frischwasser Mehrschichtverbundrohre oder Kupferrohre. Die Abwasserleitung benötigt KG-Rohre mit mindestens 100mm Durchmesser. Denken Sie an eine Entlüftungsleitung bis zum Dach.
  6. Elektroinstallation durchführen. Installieren Sie einen separaten Stromkreis mit FI-Schutzschalter. Verlegen Sie Leitungen für Beleuchtung, Lüfter und eventuelle Steckdosen. Beachten Sie die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701. Alle Arbeiten an der Elektroinstallation müssen von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden.
  7. Fliesen und Oberflächenbehandlung. Verputzen Sie die Wände und tragen Sie eine Grundierung auf. Verlegen Sie Bodenfliesen mit rutschfester Oberfläche. Fliesen Sie die Wände mindestens 150cm hoch oder komplett bis zur Decke. Verwenden Sie wasserdichte Fugenmasse und versiegeln Sie alle Übergänge sorgfältig.
  8. Sanitärobjekte montieren. Montieren Sie zuerst das WC mit Vorwandelement oder als wandhängende Variante. Installieren Sie anschließend das Handwaschbecken. Schließen Sie alle Wasserleitungen an und prüfen Sie die Dichtigkeit. Montieren Sie Wasserhähne, WC-Spülung und eventuelle Accessoires wie Handtuchhalter.
  9. Lüftung und Beleuchtung installieren. Installieren Sie einen Badlüfter mit Nachlauf für ausreichende Entlüftung. Der Lüfter sollte mindestens 80 Kubikmeter pro Stunde fördern. Montieren Sie die Beleuchtung - LED-Spots oder eine Spiegelleuchte eignen sich gut. Achten Sie auf ausreichende Helligkeit von mindestens 200 Lux.
  10. Abnahme und Endkontrolle. Lassen Sie die Installation von einem Fachbetrieb abnehmen und dokumentieren. Testen Sie alle Funktionen gründlich - Wasserdruck, Spülung, Beleuchtung und Lüftung. Prüfen Sie alle Anschlüsse auf Dichtigkeit und dokumentieren Sie eventuelle Mängel für die Nachbesserung.