Schublade der verlorenen Dinge organisieren

Jede Küche hat sie: die Schublade, in der Batterien neben Tesafilm liegen, wo Schlüssel auf Kaugummis treffen und wo man zwar alles hineinwirft, aber selten etwas wiederfindet. Diese Schublade ist kein Zeichen von Faulheit, sondern von fehlendem System. Eine gut organisierte Schublade dagegen wird zum Werkzeug — man greift hinein und findet sofort, was man braucht. Der Unterschied zwischen Chaos und Ordnung sind zwanzig Minuten Zeit und ein paar einfache Prinzipien. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Funktion. Eine durchdachte Schublade enthält nur Dinge, die dort hingehören, gruppiert nach tatsächlichem Gebrauch. Schlüssel bekommen ihren Platz, Kugelschreiber ihren, Batterien ihren. Was man zweimal im Jahr braucht, gehört woanders hin. Was kaputt ist, wird entsorgt. Das Ergebnis ist eine Schublade, die man öffnet, ohne den Atem anzuhalten.

  1. Schublade komplett ausräumen. Schublade ganz herausziehen und auf die Arbeitsfläche stellen. Jeden Gegenstand auf ein Handtuch oder direkt auf die Arbeitsplatte legen. Nichts zurücklassen, auch nicht die angebrochene Packung Zahnstocher oder die einzelne Schraube in der hinteren Ecke. Die leere Schublade mit feuchtem Tuch auswischen und trocknen lassen.
  2. Konsequent aussortieren. Drei Haufen bilden: Behalten, Wegwerfen, Anderswo. Kaputte Kugelschreiber weg. Leere Batterien zur Sammelstelle. Schrauben und Dübel in die Werkzeugkiste. Bedienungsanleitungen ins Regal. Alles, was länger als ein Jahr unbenutzt lag, kritisch hinterfragen. Die Behalten-Gruppe sollte sich halbieren.
  3. Nach Funktion kategorisieren. Die verbliebenen Gegenstände in sinnvolle Gruppen legen: Schreibwaren zusammen, Batterien zusammen, Klebebänder und Bindfäden zusammen, Schlüssel zusammen. Nicht nach Größe sortieren, sondern danach, wie man die Dinge verwendet. Eine Schere gehört zu den Schreibwaren, nicht zu den Werkzeugen.
  4. Trennelemente einsetzen. Schublade mit einfachen Trennern unterteilen. Kleine Kartons oder Plastikboxen funktionieren genauso gut wie gekaufte Einsätze. Jede Kategorie bekommt ihr Fach. Die am häufigsten genutzten Dinge kommen nach vorne rechts, wo die Hand am schnellsten hingreift. Selteneres nach hinten oder links.
  5. Systematisch einräumen. Gegenstände in ihre zugewiesenen Fächer legen. Kugelschreiber mit der Spitze nach unten, damit man die funktionstüchtigen sofort erkennt. Batterien nach Größe gestapelt. Klebeband stehend, nicht liegend. Schlüssel mit Beschriftung, wenn man mehr als zwei hat. Nichts übereinanderstapeln.
  6. Beschriftung anbringen. Jedes Fach mit kleinem Etikett oder Kreppband beschriften. Klingt übertrieben, verhindert aber, dass die Ordnung nach zwei Wochen wieder zerfällt. Andere Haushaltsmitglieder wissen dann, wo etwas hingehört. Die Beschriftung muss nicht schön sein, nur lesbar.
  7. Ein-Raus-Regel etablieren. Neue Regel für diese Schublade: Was reinkommt, muss einen Platz haben. Passt es in keine Kategorie, gehört es nicht in diese Schublade. Kommt etwas Neues dazu, muss etwas Altes raus. Die Schublade ist kein Archiv, sondern Werkzeug für den Alltag.