Ausblühungen von Mauerwerk entfernen

Weiße, pudrige Flecken auf Kellerwänden sind Ausblühungen — Salzkristalle, die durch verdunstende Feuchtigkeit an die Oberfläche transportiert werden. Das Mauerwerk selbst ist nicht beschädigt, aber die Ausblühungen zeigen an, dass Wasser durch die Wand wandert. Die Flecken lassen sich mechanisch entfernen, doch ohne Behebung der Feuchtigkeitsquelle kehren sie zurück. Die Entfernung ist einfach: Bürsten, Waschen, Trocknen. Das Wichtige kommt danach — die Ursachenforschung. Ausblühungen sind ein Symptom, kein Defekt. Wer nur die Oberfläche behandelt, putzt auf Dauer gegen Windmühlen. Eine trockene Wand blüht nicht aus. Sobald die Feuchtigkeit gestoppt ist, bleibt die Wand sauber.

  1. Wand trocken abbürsten. Mit einer trockenen Drahtbürste die Ausblühungen kräftig abbürsten. Die Salzkristalle lösen sich als weißer Staub. Von oben nach unten arbeiten, damit der Staub nach unten fällt. Den Staub mit Handfeger und Kehrblech aufnehmen, nicht mit dem Staubsauger.
  2. Oberfläche mit Essigwasser waschen. Einen Eimer mit einem Teil weißem Essig auf vier Teile Wasser ansetzen. Mit einem groben Schwamm oder einer Wurzelbürste die Wand von oben nach unten abwaschen. Die Säure löst restliche Salze. Das Wasser wird milchig — das ist normal.
  3. Mit klarem Wasser nachspülen. Die Wand gründlich mit klarem Wasser abspülen, um Essig und gelöste Salze zu entfernen. Arbeiten Sie wieder von oben nach unten. Das Spülwasser mit einem Nasssauger oder Lappen aufnehmen, damit es nicht im Mauerwerk versickert.
  4. Wand vollständig trocknen lassen. Die Wand mindestens 48 Stunden trocknen lassen. Einen Ventilator aufstellen, der die Luftzirkulation fördert. Die Wand muss vollständig trocken sein, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden. Bei kühlem Kellerwetter kann das drei bis vier Tage dauern.
  5. Feuchtigkeitsquelle identifizieren. Untersuchen Sie die Wand auf die Ursache der Feuchtigkeit. Typische Quellen: undichte Regenrinne außen, fehlende oder beschädigte Drainage, aufsteigende Feuchtigkeit durch fehlende Horizontalsperre, Kondensation bei zu kalter Wandoberfläche. Beobachten Sie die Wand nach Regen — wo genau wird sie feucht?
  6. Außenbereich überprüfen und abdichten. Prüfen Sie Regenrinnen, Fallrohre und Geländeneigung am Haus. Das Gelände muss vom Fundament wegführen, mindestens fünf Zentimeter Gefälle auf den ersten zwei Metern. Reinigen Sie verstopfte Rinnen und verlängern Sie Fallrohre, damit Wasser mindestens 1,5 Meter vom Haus abgeleitet wird.
  7. Luftfeuchtigkeit im Keller regulieren. Stellen Sie einen Luftentfeuchter auf, wenn die relative Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent liegt. Sorgen Sie für regelmäßige Querlüftung, aber nicht im Sommer — dann ist die Außenluft zu feucht. Im Winter und Frühjahr täglich stoßlüften.
  8. Wand auf Rückkehr beobachten. Beobachten Sie die behandelte Stelle über sechs bis acht Wochen. Kehren die Ausblühungen zurück, ist die Feuchtigkeitsquelle nicht beseitigt. Dann sind professionelle Abdichtungsmaßnahmen wie Außenabdichtung oder eine nachträgliche Horizontalsperre nötig.