Tropfenden Duscharmatur reparieren

Wasser tropft aus dem Duschkopf, auch wenn der Hebel fest zu ist. Nicht dramatisch, aber hartnäckig – und teuer, wenn man es laufen lässt. Ein tropfender Wasserhahn verschwendet bis zu 15 Liter pro Tag, das sind über 5.000 Liter im Jahr. Die gute Nachricht: Die Reparatur ist einfacher als gedacht. Die meisten Duscharmaturen arbeiten mit einer Kartusche oder mit klassischen Dichtungen. Beide verschleißen durch Kalk und Druck. Die Reparatur braucht keine Spezialwerkzeuge – nur etwas Geduld beim Zerlegen und ein Auge fürs Detail, damit beim Zusammenbau nichts fehlt. Wer die Armatur einmal verstanden hat, spart sich künftig jeden Installateur.

  1. Wasserhaupthahn schließen und Restdruck ablassen. Drehen Sie das Absperrventil unter dem Waschbecken oder den Haupthahn für die Wohnung zu. Öffnen Sie dann die Duscharmatur vollständig, um das restliche Wasser in den Leitungen abfließen zu lassen. Legen Sie ein Handtuch in die Duschwanne, um Kleinteile aufzufangen.
  2. Abdeckkappe und Befestigungsschraube entfernen. Hebeln Sie die Abdeckkappe am Armaturhebel vorsichtig mit einem Schlitzschraubendreher ab. Darunter liegt die Befestigungsschraube, meist ein Inbusgewinde. Lösen Sie diese mit dem passenden Inbusschlüssel und ziehen Sie den Hebel gerade nach vorne ab.
  3. Rosette abnehmen und Verschraubung freilegen. Schrauben Sie die Rosette gegen den Uhrzeigersinn ab – oft von Hand, manchmal braucht es eine Rohrzange mit Tuchschutz. Dahinter kommt die Verschraubung der Kartusche oder des Ventils zum Vorschein, meist mit einer großen Überwurfmutter gesichert.
  4. Kartusche oder Ventileinsatz ausbauen. Lösen Sie die Überwurfmutter mit einer verstellbaren Rohrzange. Ziehen Sie dann die Kartusche gerade heraus – bei Einhebelmischern ist das ein zylindrisches Bauteil mit Kunststoffeinsatz. Bei älteren Zweigriffarmaturen ziehen Sie den kompletten Ventilkörper mit Spindel heraus.
  5. Verschlissene Dichtungen identifizieren und beschaffen. Untersuchen Sie die Kartusche auf Risse oder Abnutzung. Bei Ventileinsätzen prüfen Sie die O-Ringe und Gummidichtungen – rissige, harte oder verformte Dichtungen sind die Übeltäter. Notieren Sie die Armaturmarke und nehmen Sie die Kartusche oder den Ventileinsatz mit in den Baumarkt, um das passende Ersatzteil zu finden.
  6. Sitz reinigen und neue Dichtungen einsetzen. Reinigen Sie den Armaturensitz mit einem feuchten Tuch und etwas Essigwasser, um Kalkrückstände zu entfernen. Setzen Sie die neue Kartusche oder die frischen O-Ringe ein. Achten Sie bei Kartuschen auf die Kerben – sie müssen exakt in die Führung passen.
  7. Armatur zusammenbauen und Rosette festziehen. Sichern Sie die Kartusche mit der Überwurfmutter, schrauben Sie die Rosette handfest an, setzen Sie den Hebel auf und fixieren Sie ihn mit der Inbusschraube. Drücken Sie die Abdeckkappe auf. Ziehen Sie alles fest, aber nicht mit Gewalt – Chrom und Kunststoff vertragen keinen Brachialschraubstock.
  8. Wasser aufdrehen und auf Dichtheit prüfen. Öffnen Sie das Absperrventil langsam und lassen Sie die Luft aus der Leitung entweichen. Öffnen und schließen Sie die Armatur mehrmals. Prüfen Sie alle Verbindungen auf Tropfen. Wischen Sie alle Fugen trocken und warten Sie zehn Minuten – erst dann zeigt sich, ob alles dicht ist.