Verstopften Badewannenabfluss freimachen
Wasser steht knöchelhoch in der Wanne, während man duscht. Das Ablaufen dauert eine halbe Ewigkeit, und langsam bildet sich ein schmieriger Ring am Wannenrand. Ein träger Badewannenabfluss ist nicht nur nervig, sondern verschlimmert sich stetig. Was heute noch langsam abläuft, steht morgen komplett. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen sitzt die Verstopfung direkt unter dem Abflusssieb oder im oberen Siphonbereich – genau dort, wo man gut rankommt. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Haare verfangen sich im Abfluss, wickeln sich um sich selbst, und Seifenreste, Hautschuppen und Kalk zementieren das Ganze zu einem zähen Pfropfen. Chemische Abflussreiniger versprechen schnelle Hilfe, lösen aber selten die gesamte Verstopfung und greifen auf Dauer die Dichtungen an. Mechanisches Vorgehen ist gründlicher und nachhaltiger. Mit den richtigen Handgriffen und etwas Geduld bekommt man den Abfluss wieder frei – und zwar so, dass er auch frei bleibt.
- Abflusssieb und Stopfen ausbauen. Das Abflusssieb herausschrauben oder heraushebeln – je nach Bauart sitzt es nur lose auf oder ist mit einer Schraube in der Mitte fixiert. Bei Stopfen mit Hebelmechanik die Schraube hinter dem Überlauf lösen und den gesamten Mechanismus herausziehen. Alle Teile unter fließendem Wasser abspülen und groben Schmutz entfernen.
- Sichtbare Haare entfernen. Mit einer langstieligen Pinzette oder aufgebogenen Drahtkleiderbügel in den Abfluss greifen und Haarbüschel herausziehen. Oft sitzt direkt unter dem Sieb ein dichter Haarpfropfen, den man mit etwas Geduld komplett herausfischen kann. Handschuhe anziehen – das ist keine saubere Angelegenheit.
- Mit Saugglocke arbeiten. Den Überlauf mit einem nassen Lappen fest verschließen, damit beim Pumpen Druck aufgebaut wird. Wanne mit 5-10 cm Wasser füllen, Saugglocke ansetzen und mit kräftigen, gleichmäßigen Stößen pumpen – mindestens 20-30 Mal. Beim Hochziehen der Glocke sollte Wasser und Schmutz hochkommen. Vorgang mehrmals wiederholen.
- Rohrspirale einsetzen. Falls die Saugglocke nicht hilft, eine Rohrspirale langsam in den Abfluss einführen, dabei die Kurbel drehen. Wenn man auf Widerstand stößt, vorsichtig vor und zurück bewegen, bis sich die Verstopfung löst. Die Spirale zieht beim Herausziehen oft den Schmutzpfropfen mit. Mehrmals wiederholen, bis die Spirale frei durchläuft.
- Siphon durchspülen. Einen großen Topf kochendes Wasser langsam in den Abfluss gießen – nicht schütten, sondern im Strahl laufen lassen. Das löst Seifenreste und spült gelockerten Schmutz weg. Anschließend kaltes Wasser 2-3 Minuten laufen lassen und beobachten, ob es zügig abfließt.
- Enzymatischen Reiniger einwirken lassen. Einen biologischen Abflussreiniger nach Packungsanweisung einfüllen und über Nacht einwirken lassen. Diese Mittel zersetzen organische Rückstände wie Haare und Seife, ohne die Rohre anzugreifen. Am nächsten Morgen mit heißem Wasser nachspülen.
- Abflusssieb mit Haarfang einbauen. Alle gereinigten Teile wieder einbauen und zusätzlich ein feinmaschiges Haarfangsieb einsetzen. Diese Einsätze kosten wenige Euro, fangen die meisten Haare ab und lassen sich wöchentlich einfach ausleeren. Den Hebelmechanismus bei Stopfen richtig einstellen, damit er wieder dicht schließt.