Verstopften Badabfluss wieder frei bekommen

Haare sammeln sich im Abfluss wie Filz in einem Trockner — langsam, unsichtbar, bis das Wasser beim Duschen plötzlich um die Knöchel steht. Ein verstopfter Badabfluss ist lästig, aber meistens kein Notfall. Die Verstopfung sitzt fast immer in den ersten 30 bis 60 Zentimetern unter dem Abfluss, wo sich Haare mit Seifenresten zu einem zähen Pfropf verbinden. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Werkzeugen und etwas Geduld lässt sich das Problem in einer halben Stunde lösen. Chemische Abflussreiniger sind selten nötig und schaden auf Dauer den Rohren. Mechanische Methoden funktionieren besser, sind billiger und schonen die Leitungen. Wer einmal gelernt hat, einen Siphon zu öffnen, kann fast jeden Badabfluss selbst befreien.

  1. Groben Schmutz entfernen und Abfluss prüfen. Entfernen Sie die Abflussabdeckung — die meisten lassen sich einfach herausziehen oder durch Linksdrehung herausschrauben. Ziehen Sie mit einer alten Zahnbürste oder einem gebogenen Drahtbügel sichtbare Haare und Schmutz aus der Öffnung. Oft sitzt bereits hier ein großer Haarknäuel, der die Verstopfung verursacht.
  2. Mit Pümpel Unterdruck erzeugen. Füllen Sie das Waschbecken oder die Dusche etwa 5 cm hoch mit warmem Wasser. Setzen Sie den Pümpel fest über dem Abfluss auf und drücken Sie ihn mehrmals kräftig nach unten und ziehen ihn wieder hoch — mindestens 15 bis 20 Mal. Der Unterdruck kann lockere Verstopfungen lösen und nach unten spülen.
  3. Natron-Essig-Methode anwenden. Schütten Sie eine halbe Tasse Natron direkt in den Abfluss, gefolgt von einer Tasse weißem Haushaltsessig. Die Mischung schäumt und reagiert chemisch. Lassen Sie sie 30 Minuten einwirken, dann spülen Sie mit kochendem Wasser nach. Diese Methode löst Seifenreste und organische Ablagerungen.
  4. Rohrreinigungsspirale einsetzen. Führen Sie die Spirale vorsichtig in den Abfluss ein, während Sie die Kurbel im Uhrzeigersinn drehen. Wenn Sie auf Widerstand stoßen, drehen Sie weiter — die Spirale durchbohrt oder greift die Verstopfung. Ziehen Sie die Spirale langsam heraus, meistens kommt der Pfropf mit.
  5. Siphon öffnen und reinigen. Stellen Sie einen Eimer unter den Siphon. Lösen Sie die beiden Überwurfmuttern von Hand oder mit einer Wasserpumpenzange. Ziehen Sie den U-förmigen Siphon ab und entleeren Sie ihn in den Eimer. Reinigen Sie ihn gründlich mit einer Flaschenbürste und spülen Sie ihn mit heißem Wasser aus.
  6. Dichtungen prüfen und Siphon montieren. Kontrollieren Sie die Gummidichtungen im Siphon auf Risse oder Verhärtung. Ersetzen Sie beschädigte Dichtungen sofort — sie kosten wenige Euro und verhindern Leckagen. Setzen Sie den Siphon wieder zusammen und ziehen Sie die Überwurfmuttern handfest an, dann eine Viertelumdrehung mit der Zange.
  7. Abfluss durchspülen und testen. Lassen Sie heißes Wasser für zwei bis drei Minuten laufen, um gelöste Reste wegzuspülen. Prüfen Sie unter dem Waschbecken auf Leckagen. Füllen Sie das Becken halb voll und lassen Sie es ablaufen — das Wasser sollte jetzt zügig und ohne Blubbern verschwinden.