Durchhängende Dachrinne reparieren
Wasser sammelt sich in der Mitte der Rinne. Der Abfluss funktioniert nicht mehr richtig, und bei Regen läuft das Wasser über den Rand direkt aufs Fundament. Eine durchhängende Dachrinne ist mehr als ein optisches Problem – sie ist ein Versagen des Systems. Wenn die Rinne durchhängt, fehlt das Gefälle, das Wasser läuft nicht ab, und die zusätzliche Last verbiegt das Metall weiter. Die gute Nachricht: Die Reparatur ist einfacher als gedacht. Die Ursache ist fast immer die gleiche. Halterungen haben sich gelöst, Holz unter der Traufe ist verrottet, oder die ursprüngliche Befestigung war von Anfang an unzureichend. Man arbeitet von der Leiter aus, tauscht die schwachen Stellen gegen neue Rinnenhalter und stellt das Gefälle wieder her. Mit den richtigen Halterungen und einer Wasserwaage ist die Arbeit in zwei Stunden erledigt.
- Schadstellen identifizieren. Leiter aufstellen und die gesamte Rinne abgehen. Jede Halterung auf festen Sitz prüfen – lockere Halter wackeln oder lassen sich mit der Hand bewegen. Stellen markieren, wo die Rinne durchhängt oder wo Halterungen fehlen. Mit der Wasserwaage das Gefälle kontrollieren: Die Rinne muss zum Fallrohr hin mindestens 5 mm pro Meter fallen.
- Defekte Halterungen entfernen. Alte, lockere Rinnenhalter ausbauen. Bei Nagelhaltern die Nägel mit dem Kuhfuß herausziehen. Schraubhalter mit dem Akkuschrauber lösen. Die Rinne dabei mit einer Hand stützen, damit sie nicht plötzlich abkippt. Wenn Holz an der Befestigungsstelle morsch ist, diesen Bereich mit einem Spachtel oder Meißel freilegen.
- Neue Halterungen anbringen. Rinnenhalter im Abstand von maximal 60 cm setzen. Mit der Schlagschnur eine gerade Linie vom höchsten zum tiefsten Punkt ziehen – das ist die Sollhöhe. Halter mit rostfreien Schrauben befestigen, nicht mit Nägeln. Bei verdeckten Halterungen den vorderen Rand der Rinne in den Halter einhängen und dann nach hinten drücken, bis er einrastet.
- Gefälle einstellen. Die Rinne sollte gleichmäßig zum Fallrohr hin abfallen. Mit der Wasserwaage prüfen und bei Bedarf einzelne Halter nachjustieren. Ein Gefälle von 5-10 mm auf einen Meter ist optimal. Zu viel Gefälle lässt das Wasser zu schnell laufen und überlastet das Fallrohr, zu wenig führt zu stehendem Wasser.
- Rinne ausrichten. Die gesamte Rinne auf gerade Ausrichtung kontrollieren. Von unten am Haus entlanggehen und die Linie der Rinne gegen die Dachkante prüfen. Wellenbewegungen oder Knicke durch Verschieben einzelner Halter ausgleichen. Die Vorderkante der Rinne sollte direkt unter der Dachkante oder maximal 2 cm dahinter liegen.
- Verbindungen abdichten. Alle Stoßstellen, Ecken und Übergänge auf Dichtigkeit prüfen. Alte, rissige Dichtungen entfernen und durch Rinnendichtmasse ersetzen. Dichtmasse gleichmäßig auftragen, überschüssiges Material mit dem Finger glätten. Bei Blechrinnen kann man Übergangs-stücke mit Nieten zusätzlich sichern.
- Wassertest durchführen. Mit dem Gartenschlauch Wasser in die Rinne laufen lassen. Am höchsten Punkt beginnen und beobachten, wie das Wasser abfließt. Es sollte gleichmäßig zum Fallrohr laufen, ohne sich irgendwo zu stauen. Alle Verbindungsstellen auf Lecks prüfen. Bei Bedarf Halter nachjustieren.
- Endkontrolle und Reinigung. Die Rinne mit dem Handfeger von Laub und Schmutz befreien. Alle Schraubverbindungen auf festen Sitz kontrollieren. Das Fallrohr durchspülen, um Ablagerungen zu entfernen. Die Leiter ein letztes Mal anlegen und die gesamte Rinne auf gleichmäßiges Gefälle und festen Sitz prüfen.