Risse im Garagenboden ausbessern
Risse im Garagenboden sind mehr als ein optischer Makel. Sie sammeln Schmutz und Feuchtigkeit, die bei Frost weiteren Schaden anrichten. Was als haarfeine Linie beginnt, wird zur Bruchkante, wenn Streusalz und Tauwasser in die Struktur eindringen. Eine fachgerechte Reparatur hält Jahrzehnte, kostet wenig und verhindert, dass aus einem kosmetischen Problem ein Fundament-Schaden wird. Die meisten Heimwerker unterschätzen die Vorbereitung. Ein Riss ist keine simple Fuge, die man zuschmiert. Das Material muss mechanisch haften, nicht nur chemisch kleben. Das bedeutet: ausstemmen, reinigen, grundieren. Die eigentliche Verfüllung ist dann in zwanzig Minuten erledigt. Wer diese Reihenfolge einhält, erhält eine Reparatur, die belastbar bleibt, auch wenn der Passat im Winter täglich ein- und ausfährt.
- Riss ausstemmen und aufweiten. Mit Winkelschleifer oder Meißel den Riss auf etwa 1 cm Breite und 2 cm Tiefe aufweiten. Die Kanten müssen leicht unterschnitten sein, damit das Füllmaterial mechanisch greift. Bei feinen Haarrissen reicht ein Fugenritzer.
- Staub und loses Material entfernen. Mit Industriesauger und Drahtbürste alle Staubpartikel aus dem Riss entfernen. Anschließend mit Druckluft oder Kompressor ausblasen. Der Riss muss trocken und staubfrei sein, sonst haftet nichts.
- Grundierung auftragen. Haftgrund mit Pinsel dünn in den Riss einarbeiten. Bei sehr saugfähigem Beton eventuell zweimal grundieren. Die Grundierung schafft die chemische Brücke zwischen Altbeton und Reparaturmaterial.
- Füllmaterial anmischen. Epoxidharz oder Betonreparaturspachtel nach Herstellerangabe anrühren. Bei Epoxid Harz und Härter genau abwiegen. Die Mischung hat etwa 30 Minuten Verarbeitungszeit, also zügig arbeiten.
- Riss vollständig verfüllen. Füllmaterial mit Spachtel oder Kartuschenpistole in den Riss drücken. Mehrmals nachdrücken, um Luftblasen zu vermeiden. Überstände leicht überstehen lassen, da das Material beim Aushärten minimal schwindet.
- Oberfläche abziehen und glätten. Mit Glättkelle oder breitem Spachtel die Oberfläche bündig mit dem umgebenden Beton abziehen. Bei Epoxidharz innerhalb der ersten 10 Minuten arbeiten, solange das Material noch fließfähig ist.
- Aushärten lassen. Reparaturstelle mindestens 24 Stunden trocknen lassen, bei Epoxidharz 48 Stunden. In dieser Zeit nicht befahren. Bei Temperaturen unter 15°C verlängert sich die Aushärtezeit deutlich.
- Oberfläche versiegeln. Nach vollständiger Aushärtung die Reparaturstelle mit Betonversiegelung behandeln. Das schützt vor erneutem Eindringen von Feuchtigkeit und gleicht den Farbton an den umgebenden Beton an.