Tropfenden Wasserhahn reparieren

Wasser sammelt sich in der Spüle. Nicht viel, nur ein Tropfen alle paar Sekunden, aber nach einer Woche steht da eine merkliche Pfütze, und die Wasseruhr läuft weiter. Die meisten tropfenden Wasserhähne haben ein einfaches Problem: Eine Gummidichtung ist porös geworden, oder die Kartusche hat sich gelöst. Beides lässt sich mit Standardwerkzeug in einer halben Stunde beheben. Die Reparatur folgt immer demselben Muster: Wasser abstellen, Griff abnehmen, verschlissenes Teil identifizieren, ersetzen, zusammenbauen. Der Knackpunkt liegt im Identifizieren — Einhebelmischer haben Kartuschen, Zweigriffhähne haben Dichtungen, und beide Systeme sehen von außen gleich aus. Einmal geöffnet, wird klar, was zu tun ist. Die meisten Haushalte haben mit dieser Reparatur langfristig Wasser und Geld gespart.

  1. Wasserzufuhr unter der Spüle absperren. Öffnen Sie die Schranktür unter der Spüle und lokalisieren Sie die beiden Eckventile — meist verchromte Drehknöpfe an den Wasserleitungen. Drehen Sie beide im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag. Öffnen Sie danach kurz den Wasserhahn, um Restdruck abzulassen.
  2. Griff des Wasserhahns demontieren. Suchen Sie die kleine Abdeckkappe am Griff — oft rot-blau markiert oder verchromt. Hebeln Sie sie vorsichtig mit einem Schraubendreher ab. Darunter liegt eine Schraube, meist Innensechskant oder Kreuzschlitz. Lösen Sie diese und ziehen Sie den Griff gerade nach oben ab.
  3. Obere Kappe und Kartusche freilegen. Nach dem Griff kommt eine Zierkappe oder Überwurfmutter zum Vorschein. Bei Einhebelmischern schrauben Sie diese gegen den Uhrzeigersinn ab — oft braucht es eine verstellbare Zange mit Tuchschutz. Bei Zweigriffhähnen liegt darunter die Spindel mit Dichtung.
  4. Kartusche oder Dichtung entnehmen. Bei Einhebelmischern ziehen Sie die Kartusche gerade heraus — sie sitzt oft fest, leichtes Drehen hilft. Bei Zweigriffhähnen schrauben Sie die Spindel heraus und entnehmen die Gummidichtung am unteren Ende. Legen Sie alle Teile in Reihenfolge auf ein Handtuch.
  5. Sitzdichtung im Gehäuse prüfen. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe ins leere Armaturengehäuse. Der Ventilsitz — eine kreisförmige Metallfläche — darf keine Rillen oder Ablagerungen zeigen. Wischen Sie ihn mit einem feuchten Tuch sauber. Bei sichtbaren Kerben braucht es einen Ventilsitzschleifer, sonst tropft es weiter.
  6. Neue Kartusche oder Dichtung einsetzen. Setzen Sie die neue Kartusche exakt in der markierten Ausrichtung ein — sie rastet meist hörbar ein. Bei Dichtungen schieben Sie die neue Gummischeibe auf die Spindel und schrauben diese wieder ins Gehäuse. Ziehen Sie von Hand fest, dann eine Vierteldrehung mit der Zange.
  7. Armatur wieder zusammensetzen. Schrauben Sie die Überwurfmutter handfest auf, setzen Sie den Griff auf und fixieren Sie die Innenschraube. Drücken Sie die Abdeckkappe auf. Noch nicht das Wasser aufdrehen — erst prüfen, ob alle Teile korrekt sitzen und nichts wackelt.
  8. Wasserzufuhr öffnen und auf Dichtigkeit prüfen. Öffnen Sie die Eckventile unter der Spüle langsam gegen den Uhrzeigersinn. Lassen Sie Wasser durch den Hahn laufen und beobachten Sie alle Verbindungen auf Tropfen. Schalten Sie zwischen Warm und Kalt um. Trocknen Sie den Hahn ab und warten Sie fünf Minuten — jetzt zeigt sich, ob die Reparatur hält.