Bestäubergarten anlegen: Bienen und Schmetterlinge in den Garten locken

Ein Bestäubergarten entsteht durch die richtige Pflanzenauswahl, durchgängige Blütezeiten und naturnahe Gestaltung. Heimische Wildpflanzen, Kräuter und ungefüllte Blüten bieten Nahrung für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

  1. Standort analysieren und vorbereiten. Beobachten Sie Ihren Garten einen ganzen Tag lang und notieren Sie sich die Sonnenstunden verschiedener Bereiche. Die meisten Bestäuberpllanzen brauchen mindestens 6 Stunden direktes Sonnenlicht täglich. Lockern Sie den Boden spatentief auf und arbeiten Sie bei schweren Böden Sand ein für bessere Drainage. Entfernen Sie Unkraut gründlich, besonders Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch.
  2. Pflanzenauswahl nach Blütezeiten planen. Erstellen Sie einen Blühkalender mit Pflanzen für jede Jahreszeit. Für das Frühjahr eignen sich Krokusse, Weidenkätzchen und Lungenkraut. Im Sommer sorgen Lavendel, Sonnenhut und Phlox für Nahrung. Herbstblüher wie Astern und Fetthenne verlängern die Saison bis zum Frost. Achten Sie darauf, dass zu jeder Zeit mindestens drei verschiedene Pflanzenarten blühen.
  3. Heimische Wildpflanzen bevorzugen. Setzen Sie zu 70 Prozent auf einheimische Arten wie Wiesensalbei, Kornblume, Natternkopf oder wilde Malve. Diese Pflanzen haben sich zusammen mit unseren Bestäubern entwickelt und bieten optimale Nahrung. Ergänzen Sie mit bewährten Gartenpflanzen wie Ringelblumen, Cosmeen oder Zinien. Vermeiden Sie gefüllte Blüten - diese produzieren keinen Nektar und Pollen.
  4. Strukturvielfalt schaffen. Gestalten Sie verschiedene Höhenebenen mit Bodendeckern, mittelhohen Stauden und einzelnen Sträuchern. Lassen Sie bewusst wilde Ecken mit Brennnesseln oder Disteln stehen - diese sind Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Stapeln Sie Steine oder Totholz als Unterschlupf für Insekten. Eine flache Wasserstelle mit Landeplatz hilft Bienen beim Trinken.
  5. Aussaat und Pflanzung durchführen. Säen Sie einjährige Blumen wie Kornblumen oder Mohn direkt ins Beet ab April. Mehrjährige Stauden pflanzen Sie am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Halten Sie anfangs Pflanzabstände ein, später dürfen sich die Pflanzen naturgemäß ausbreiten. Wässern Sie nur in den ersten Wochen regelmäßig - etablierte Wildpflanzen sind meist trockenheitsverträglich.
  6. Naturnahe Pflege etablieren. Verzichten Sie komplett auf Pestizide und chemische Dünger. Schneiden Sie verblühte Stauden erst im späten Winter zurück - in den hohlen Stängeln überwintern nützliche Insekten. Lassen Sie Samenstände stehen, die sich selbst aussäen können. Mulchen Sie nur sparsam, da viele Wildbienen im offenen Boden nisten. Mähen Sie Wiesenbereiche höchstens zweimal jährlich.