Hochbeet selber bauen

Holz, das allmählich verrottet, verwandelt sich in Nährstoffe. Das ist die stille Alchemie eines Hochbeets. Während Gemüse oben wächst, zersetzt sich darunter organisches Material und erwärmt die Erde von innen. Die ersten Ernten kommen früher als im Flachbeet, und wer nicht mehr tief bücken kann, findet hier eine Arbeitshöhe, die den Rücken schont. Ein gut gebautes Hochbeet hält sechs bis acht Jahre, bevor das Holz ersetzt werden muss. Die Investition eines Samstags ergibt eine Anbaufläche, die Wühlmäuse fernhält, Unkraut minimiert und auch auf verdichtetem oder steinigem Boden funktioniert. Die Größe von 120×200 cm ist bewährt — man erreicht die Mitte von beiden Seiten, ohne hineinzutreten.

  1. Standort vorbereiten und ausmessen. Den Baugrund von Gras und Bewuchs befreien, ohne den Boden umzugraben. Eine rechteckige Fläche von 120×200 cm mit Holzpflöcken und Maurerschnur abstecken. Mit der Wasserwaage prüfen, dass die Fläche einigermaßen eben liegt — Höhenunterschiede bis 3 cm sind tolerierbar.
  2. Rahmenhölzer zusägen und vorbohren. Vier Bretter à 200 cm für die Längsseiten und vier Bretter à 120 cm für die Stirnseiten zusägen. An den Enden jedes kurzen Bretts zwei Löcher mit 5-mm-Bohrer vorbohren, je 3 cm vom Rand und 8 cm von oben und unten. Diese Löcher verhindern, dass das Holz beim Verschrauben reißt.
  3. Ersten Rahmen zusammenschrauben. Ein langes und zwei kurze Bretter im rechten Winkel auf dem Boden auslegen. Die Stirnseiten überlappen die Längsseite außen. Mit 6×90-mm-Holzschrauben durch die vorgebohrten Löcher verschrauben. Dann das zweite Längsbrett gegenüber ansetzen und ebenfalls festschrauben — der erste Rahmen steht.
  4. Zweiten Rahmen aufsetzen und verbinden. Den zweiten Satz Bretter genauso verschrauben wie den ersten, dann diesen zweiten Rahmen auf den ersten stapeln. Die Ecken müssen versetzt sein — wo unten eine Längsstoß war, kommt oben ein Querstoß. Beide Rahmen mit vier zusätzlichen Schrauben in den Ecken vertikal verbinden.
  5. Wühlmausgitter und Folie anbringen. Den fertigen Rahmen an seinen Standort tragen und ausrichten. Maschendraht mit 13-mm-Maschenweite als Boden unterlegen, 20 cm größer als der Rahmen. Mit einem Tacker den Draht an der Unterkante der Bretter befestigen. Dann Teichfolie an die Innenseiten tackern, mit 10 cm Überlappung an den Ecken — die Folie schützt das Holz vor Feuchtigkeit.
  6. Erste Schicht: Äste und Zweige einfüllen. Grobe Äste, Zweige und Strauchschnitt 20 cm hoch einfüllen. Diese Drainageschicht sorgt für Luftzirkulation und verrottet langsam. Das Holz darf trocken sein, sollte aber nicht behandelt oder lackiert sein. Mit den Füßen festtreten, damit keine großen Hohlräume bleiben.
  7. Mittlere Schichten: Laub, Grasschnitt und Kompost. 15 cm Laub oder halbverrotteter Grasschnitt als zweite Schicht einfüllen. Darüber 15 cm Rohkompost oder halbreifen Kompost verteilen. Jede Schicht leicht festtreten und mit dem Gartenschlauch anfeuchten — nicht durchnässen, nur gleichmäßig feucht machen.
  8. Oberste Schicht: Gartenerde auffüllen. Die obersten 30 cm mit hochwertiger Gartenerde oder einem Gemisch aus Mutterboden und Kompost auffüllen. Die Erde reicht bis 5 cm unter den Rand. Mit der Harke glattziehen und zwei Wochen setzen lassen, bevor die erste Aussaat erfolgt. Bei Bedarf noch einmal nachfüllen.