Blattläuse wirksam bekämpfen

Blattläuse sammeln sich bevorzugt an frischen Triebspitzen und auf den Unterseiten junger Blätter. Man erkennt den Befall meist erst, wenn sich die Blätter kräuseln oder eine klebrige Schicht auf den Pflanzen bildet – der sogenannte Honigtau, den die Läuse ausscheiden. Eine einzelne Blattlaus kann in wenigen Wochen Tausende Nachkommen produzieren, deshalb zählt jeder Tag. Die wirksamste Bekämpfung kombiniert mechanische Entfernung mit biologischen Mitteln und schafft gleichzeitig Bedingungen, die Nützlinge anlocken. Chemische Insektizide sind in den meisten Fällen unnötig und schaden dem Gartenleben mehr als sie nutzen. Mit konsequentem Vorgehen über zehn bis vierzehn Tage lässt sich auch ein starker Befall in den Griff bekommen.

  1. Befallene Stellen identifizieren und dokumentieren. Untersuchen Sie alle Pflanzen systematisch, besonders Triebspitzen, Blattunterseiten und Knospen. Blattläuse sitzen oft in dichten Kolonien. Notieren Sie, welche Pflanzen betroffen sind und wie stark der Befall ist. Bei sehr starkem Befall können Sie einzelne Triebe auch gleich abschneiden und entsorgen.
  2. Befallene Pflanzen kräftig abspritzen. Spritzen Sie befallene Pflanzen am frühen Morgen mit kaltem Wasser aus dem Gartenschlauch ab. Richten Sie den Strahl gezielt auf Blattunterseiten und Stängel. Der Wasserdruck sollte stark genug sein, um die Läuse abzulösen, aber nicht so stark, dass er die Pflanzen beschädigt. Viele Blattläuse überleben den Sturz auf den Boden nicht oder finden nicht zurück.
  3. Schmierseifenlösung ansetzen und aufsprühen. Mischen Sie 15-20 ml reine Schmierseife (ohne Zusätze) in einem Liter lauwarmem Wasser. Füllen Sie die Lösung in eine Sprühflasche und benetzen Sie damit alle befallenen Pflanzenteile gründlich, besonders die Blattunterseiten. Die Seifenlösung verklebt die Atemöffnungen der Blattläuse. Wiederholen Sie die Behandlung alle zwei bis drei Tage.
  4. Nützlinge ansiedeln oder einsetzen. Setzen Sie Marienkäferlarven gezielt auf befallenen Pflanzen aus oder pflanzen Sie Doldenblütler wie Dill und Fenchel, um natürliche Feinde anzulocken. Florfliegen und Schwebfliegen sind ebenfalls wirksame Blattlausvertilger. Im Gewächshaus können Sie Schlupfwespen einsetzen. Verzichten Sie während dieser Phase komplett auf jegliche Spritzmittel.
  5. Ameisen vom Pflanzenbereich fernhalten. Ameisen züchten Blattläuse regelrecht, weil sie den Honigtau fressen. Unterbrechen Sie Ameisenstraßen mit Kreidestrichen, Zimt oder Kaffeesatz. Bei Topfpflanzen können Sie die Füße in wassergefüllte Untersetzer stellen. Bekämpfen Sie gegebenenfalls Ameisennester in unmittelbarer Nähe der betroffenen Pflanzen.
  6. Überdüngung korrigieren und Standort optimieren. Blattläuse bevorzugen weiches, stickstoffreiches Gewebe. Reduzieren Sie Stickstoffdüngung und setzen Sie stattdessen auf kalibetonte Dünger, die das Gewebe festigen. Sorgen Sie für gute Luftzirkulation durch ausreichende Pflanzabstände. Entfernen Sie Unkraut, das als Wirtspflanze dienen könnte.
  7. Befall wöchentlich kontrollieren. Kontrollieren Sie behandelte Pflanzen mindestens einmal pro Woche auf neue Kolonien. Achten Sie besonders auf frische Triebe. Bei Neubefall wiederholen Sie die Seifenbehandlung sofort. Dokumentieren Sie den Erfolg Ihrer Maßnahmen, um beim nächsten Mal gezielter vorgehen zu können.