Schnittgarten anlegen für frische Sträuße

Blumen aus dem eigenen Garten schneiden, ohne das Staudenbeet zu plündern — das ist die Idee eines Schnittgartens. Anders als ein Ziergarten wird er in Reihen angelegt wie ein Gemüsebeet, mit Pflanzen die dicht stehen und nur zum Schneiden da sind. Die besten Schnittgärten liegen abseits vom Sichtbereich, hinter der Garage oder am Gartenzaun, wo man ohne schlechtes Gewissen ernten kann. Der Unterschied zum normalen Blumenbeet liegt in der Dichte und der Auswahl. Hier pflanzt man Dahlien in Dreierreihen, Zinnien als Lückenfüller, Cosmeen die wochenlang durchtreiben. Man schneidet morgens mit der Gartenschere durch, füllt den Eimer, und zwei Wochen später steht die nächste Welle. Ein gut geplanter Schnittgarten von vier mal zwei Metern liefert von Frühsommer bis Frost genug Material für wöchentlich zwei große Sträuße.

  1. Standort wählen und Boden vorbereiten. Mindestens sechs Stunden Sonne täglich sind Pflicht, mehr ist besser. Der Boden sollte nicht in der Senke liegen wo Wasser steht. Spatentiefe umgraben, dabei groben Kompost einarbeiten, etwa zwei Schubkarren auf zehn Quadratmeter. Die Fläche mit dem Rechen glattziehen und leicht verdichten durch Antreten.
  2. Pflanzplan in Reihen aufteilen. Mit Pflöcken und Schnur gerade Reihen abstecken, Abstand 40cm. Nicht in Blöcken pflanzen wie im Ziergarten, sondern in langen Reihen mit schmalem Durchgang. Hohe Pflanzen nach hinten oder Norden, niedrige nach vorn. Jede zweite Reihe für Nachpflanzung freihalten.
  3. Frühjahrsblüher setzen. Ab Ende April Dahlienknollen 10cm tief legen, Abstand 30cm in der Reihe. Gleichzeitig Gladiolenzwiebeln 12cm tief, alle zwei Wochen weitere Zwiebeln nachlegen für gestaffelte Blüte. Ranunkeln und Anemonen jetzt auch, die blühen früher als die großen Sommerblüher.
  4. Einjährige aussäen. Mitte Mai direkt ins Beet: Zinnien, Cosmeen, Schmuckkörbchen in flache Rillen säen, dünn mit Erde bedecken, andrücken. Sonnenblumen einzeln alle 25cm in Löcher stecken. Studentenblumen als Lückenfüller zwischen die Reihen. Nach Aufgang auf kräftige Pflanzen vereinzeln.
  5. Stützen und Netze anbringen. Bevor die Pflanzen 30cm hoch sind, Pflanzennetz horizontal über die Reihe spannen, 40cm über Boden an Pfosten befestigt. Die Pflanzen wachsen durch die Maschen und stützen sich selbst. Für Dahlien einzelne Bambusstäbe setzen, locker anbinden mit Bast.
  6. Schnitt und Ernte etablieren. Erste Blüten morgens schneiden wenn gerade aufgegangen, Stängel schräg, sofort in Wasser. Bei Dahlien, Zinnien, Cosmeen fördert Schneiden mehr Blüten — je mehr man erntet, desto mehr kommt nach. Verblühtes konsequent rausschneiden, keine Samenbildung zulassen.
  7. Nachdüngen für Dauerblüte. Alle drei Wochen mit Flüssigdünger gießen, halbe Konzentration. Boden zwischen den Reihen regelmäßig hacken, flach, nur Unkraut raus. Bei Trockenheit durchdringend wässern, einmal die Woche, nicht täglich oberflächlich.
  8. Saisonabschluss und Überwinterung. Nach dem ersten Frost Dahlienknollen ausgraben, Erde abschütteln, kopfüber eine Woche trocknen lassen, dann in Sand in frostfreiem Keller lagern. Einjährige komplett rausziehen, kompostieren. Beet mit Gründüngung einsäen oder grob umgraben und liegen lassen.