Rosen richtig schneiden
Forsythiengelb bedeutet: Zeit für die Rosenschere. Der Schnitt ist kein Akt der Zerstörung, sondern eine Investition in Juni. Wer jetzt konsequent schneidet, bekommt später kräftige Triebe, große Blüten und luftige Kronen, in denen Mehltau keine Chance hat. Die meisten Hobbygärtner schneiden zu zaghaft. Rosen sind hart im Nehmen. Ein Beetrose verträgt einen Rückschnitt auf drei bis fünf Augen, eine Kletterrose braucht nur Auslichtung und Formgebung. Das Prinzip ist immer gleich: Luft und Licht in die Mitte, schwache Triebe raus, starke Triebe auf gute Augen zurück. Wer das verstanden hat, kann jede Rose schneiden.
- Werkzeug vorbereiten und desinfizieren. Reinigen Sie die Rosenschere mit Spiritus oder Desinfektionsmittel. Stumpfe Klingen quetschen das Gewebe und laden Pilze ein. Prüfen Sie den Schnitt an einem dünnen Trieb: Die Schnittstelle muss glatt sein, nicht ausgefranst. Legen Sie Handschuhe bereit, am besten aus festem Leder bis zum Ellbogen.
- Totes und krankes Holz entfernen. Schneiden Sie alle braunen, vertrockneten oder erfrorenen Triebe bis ins gesunde, grüne Holz zurück. Das Mark im Inneren muss hell und frisch aussehen. Triebe mit schwarzen Flecken oder eingesunkener Rinde ebenfalls radikal entfernen. Dieses Material kommt nicht in den Kompost, sondern in die Biotonne oder wird verbrannt.
- Schwache und einwärts wachsende Triebe kappen. Alle Triebe, die dünner sind als ein Bleistift, werden bodennah abgeschnitten. Triebe, die nach innen oder sich kreuzend wachsen, ebenfalls entfernen. Ziel ist eine Vasenform mit offenem Zentrum. Die Krone soll Luft durchlassen und nach außen wachsen.
- Haupttriebe zurückschneiden. Beetrosen und Edelrosen werden auf drei bis fünf Augen eingekürzt, das sind etwa 15 bis 20 Zentimeter über dem Boden. Strauch- und Parkrosen nur um ein Drittel zurücknehmen. Der Schnitt erfolgt schräg, fünf Millimeter über einem nach außen zeigenden Auge. Die höchste Stelle der Schnittfläche zeigt vom Auge weg.
- Wildtriebe an der Basis entfernen. Graben Sie die Veredelungsstelle leicht frei und folgen Sie grünen Wildtrieben bis zum Ursprung an der Wurzel oder Stammbasis. Schneiden Sie nicht ab, sondern reißen Sie mit einem Ruck ab. Das verhindert, dass aus schlafenden Augen neue Wildlinge treiben. Füllen Sie die Erde wieder an.
- Kletterrosen auslichten und binden. Bei Kletterrosen nur verblühte Seitentriebe auf zwei Augen einkürzen und alte Haupttriebe bodennah entfernen. Maximal ein Drittel der Gerüsttriebe pro Jahr austauschen. Junge Triebe waagerecht oder leicht schräg binden, damit sie entlang der ganzen Länge blühen, nicht nur an der Spitze.
- Schnittstellen kontrollieren und versiegeln. Prüfen Sie alle Schnitte auf saubere Ausführung. Dicke Triebe über Daumendicke können mit Baumwachs versiegelt werden, das ist bei Rosen aber kein Muss. Wichtiger ist die Schärfe der Schere. Sammeln Sie das Schnittgut ein und entsorgen Sie es außerhalb des Gartens.
- Boden lockern und mulchen. Arbeiten Sie reifen Kompost oder Rosendünger flach in den Wurzelbereich ein. Lockern Sie die Erde mit der Grabegabel, ohne Wurzeln zu verletzen. Eine fünf Zentimeter dicke Schicht aus Rindenkompost oder angetrocknetem Rasenschnitt hält Feuchtigkeit und unterdrückt Unkraut. Die Veredelungsstelle bleibt frei.