Zaunpfosten fachgerecht setzen

Zaunpfosten sind das Rückgrat jeder dauerhaften Einfriedung. Ein schlecht gesetzter Pfosten wird sich innerhalb weniger Jahre neigen, egal wie hochwertig das Zaunelement ist. Die Frost-Tau-Zyklen im Winter, aufgeweichter Boden im Frühjahr und Wind das ganze Jahr über — all das arbeitet permanent daran, jeden Pfosten aus seiner Position zu drücken. Ein richtig gesetzter Pfosten trotzt diesen Kräften über Jahrzehnte. Die Grundregel ist einfach: Ein Drittel der Pfostenlänge muss in den Boden, mindestens aber 60 cm, besser 80 cm in Regionen mit strengem Frost. Wer diese Tiefe unterschreitet, baut auf Sand. Das Loch sollte breiter sein als der Pfosten — etwa das Dreifache des Pfostendurchmessers — damit genug Material um den Pfosten herum verdichtet werden kann. Beton ist Standard für Torpfosten und Eckpfosten. Zwischenpfosten können auch mit verdichtetem Kies-Split-Gemisch gesetzt werden, was flexibler ist und bei Bedarf leichter korrigiert werden kann.

  1. Lochposition markieren und Tiefe festlegen. Markieren Sie die Position mit einem Holzpflock oder Sprühfarbe. Messen Sie die Pfostenlänge und rechnen Sie ein Drittel als Mindesttiefe — bei einem 180 cm Pfosten also 60 cm, besser 80 cm in Frostgebieten. Prüfen Sie vorher mit dem Spaten, ob größere Steine oder Wurzeln im Weg sind.
  2. Loch mit Erdbohrer oder Spaten ausheben. Heben Sie das Loch mit einem Erdbohrer oder Spatenstich aus. Durchmesser etwa dreimal so breit wie der Pfosten. Halten Sie die Wände möglichst senkrecht. Entfernen Sie lockere Erde vollständig aus dem Loch und bewahren Sie die oberste Grasschicht separat auf, falls Sie sie später brauchen.
  3. Drainageschicht aus Kies einbringen. Füllen Sie 10-15 cm Kies 16/32 in das Loch und verdichten Sie ihn mit einer Stampfstange oder einem Kantholz. Diese Schicht verhindert Staunässe am Pfostenfuß und schützt das Holz vor direktem Bodenkontakt und Fäulnis.
  4. Pfosten einsetzen und grob ausrichten. Stellen Sie den Pfosten ins Loch auf die Kiesschicht. Richten Sie ihn grob senkrecht aus, indem Sie von zwei Seiten mit der Wasserwaage prüfen. Fixieren Sie die Position vorläufig mit zwei diagonal angelehnten Latten, die am Boden beschwert werden.
  5. Pfosten exakt lotrecht ausrichten. Prüfen Sie mit der Wasserwaage in beide Richtungen (90 Grad zueinander), bis der Pfosten perfekt senkrecht steht. Korrigieren Sie durch leichtes Verschieben. Sichern Sie die Position mit zwei fest vernagelten Stützlatten, die schräg vom Pfosten zum Boden laufen.
  6. Loch mit Beton oder Kies-Gemisch füllen. Füllen Sie das Loch schichtweise mit Fertigbeton (bei Tor- und Eckpfosten) oder Kies-Split-Gemisch 0/32 (bei Zwischenpfosten). Verdichten Sie jede 15-cm-Schicht gründlich mit der Stampfstange. Füllen Sie bis 5 cm unter Geländeoberkante. Prüfen Sie nach jeder Schicht die Lotrechte.
  7. Oberfläche abdecken und Stützen sichern. Decken Sie die Oberfläche mit Mutterboden oder der aufgehobenen Grassode ab. Bei Betonpfosten die Oberfläche glatt abziehen und mit einer Folie abdecken. Lassen Sie die Stützlatten mindestens 24 Stunden (Kies) bzw. 48 Stunden (Beton) stehen.
  8. Härtezeit abwarten und Stützen entfernen. Bei Kiesfüllung nach 24 Stunden Stützen entfernen und nachverdichten. Bei Betonfüllung 48-72 Stunden warten, dann Stützen abnehmen. Prüfen Sie vor dem Entfernen der Stützen die Stabilität, indem Sie leicht am Pfosten rütteln.